Im Biosphärenreservat "Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft" befindet sich im Daubaner Wald der ehemalige und seit 1990 stillgelegte Panzerschießplatz Dauban. Auf dieser Fläche kommen zahlreiche wertvolle Biotope und europäisch bedeutsame Lebensräume vor, die wiederum von unzähligen Tier- und Pflanzenarten besiedelt werden. Es ist ein wahrer Hot-Spot der Biodiversität.
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DBU-Naturerbe
Im Jahr 2009 gingen die bundeseigenen Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes in die Verantwortung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) über. Damit gehört der Daubaner Wald nun zu den Naturerbeflächen der DBU, die sich gegenüber der Bundesrepublik Deutschland zur Erhaltung und Entwicklung der natürlichen Vielfalt auf diesen Flächen entsprechend einem verbindlichen Leitbild verpflichtet hat. Dieses Ziel ist in vielen Bereichen des Daubaner Waldes nur durch eine langfristige und wirkungsvolle Offenlandpflege zu erreichen. Aus diesem Grunde kam das gesamte „Elchprojekt“ Anfang 2011 auf den Prüfstand. Wesentlicher Anlass war der erwartete hohe Kostenaufwand zur Erneuerung des mittlerweile 10 Jahre alten, baufällig gewordenen Gehegezaunes.
Das „Elchprojekt“
Im Rahmen eines Forschungsprojektes 2000 - 2003 wurde nach der Erprobung verschiedener Varianten ein Pflegekonzept erarbeitet. Seit dem wurde in einem 155ha großen Gehege versucht, mit einer Kombination aus Entbuschungen sowie Beweidung durch Haustiere (Moorschnucken für die niedrige Vegetation) und Wildtiere (Elche für Gebüsch und kleinere Bäume) ein Zuwachsen der wertvollen Biotope mit Wald zu verhindern. In einigen Teilbereichen gelang dies auch. In vielen Teilen des Geheges konnte die Bewaldung aber nur gebremst werden - die Anzahl der Elche und die Beweidung mit Moorschnucken allein reichten einfach nicht aus. Zur Verbesserung der Pflege wurde im Jahr 2009 daher mit der zusätzlichen Beweidung durch im Gatter wild lebende Pferde (polnische Koniks) begonnen.
Elche mit Zukunft
Auf der Fläche des bisherigen Elchgeheges wird nun die Landschaftspflege vollständig durch unsere Konik-Pferde übernommen. Hier kann der alte Elchzaun durch einen weniger aufwändigen Pferdezaun ersetzt werden. Die Elche werden sich zukünftig vor allem auf die Gewässerbereiche konzentrieren. Das Elchgehege wird entsprechend verkleinert und seine neue Zäunung so gestaltet, dass Besucher die Elche beobachten können. Einige Elche werden an andere Gehegehaltungen abgegeben.
Erhalt der bedrohten Konik-Rasse
Im Biosphärenreservat wird neben dem Naturschutz auch die Verantwortung für das kulturelle Erbe ernst genommen. Deswegen soll hier die Landschaftspflege mit der Erhaltungszucht der vom Aussterben bedrohten Rasse „Konik Polski“ in Form einer Gehegezucht mit eingetragen Zuchttieren kombiniert werden. Vorbild ist die polnische Reservatszucht, bei der die Tiere so naturnah wie möglich in großen Gehegen gehalten werden.
Es erfolgt zwar eine regelmäßige Gesundheitskontrolle und ein züchterisches Herdenmanagement. Im Übrigen sollen sich die Tiere aber ganz entsprechend der natürlichen Gegebenheiten entwickeln. Dazu gehören Herdenstruktur, viel Bewegung, Winterkälte und Sommerhitze ebenso wie das bisher problemlose Zusammenleben mit Unmengen von Wildschweinen und mit den Wölfen des Daubaner Wolfsrudels.
(Foto: M. Striese)